15-jähriger Gründer manipulierte alle – spielte er auch eine Rolle bei einem dubiosen Flughafen-Verkauf?

15-jähriger Gründer manipulierte alle – spielte er auch eine Rolle bei einem dubiosen Flughafen-Verkauf?

Der Teenie-Gründer Adem Karagöz soll Geschäftspartner mit Bavarian Airlines um viel Geld gebracht haben. Jetzt soll er sogar einen Kredit für einen Flughafen-Kauf versprochen haben.

Adem Karagöz, der Gründer von Bavarian Airlines, soll Geld für den millionenschweren Kauf des Flughafens Frankfurt-Hahn versprochen haben

Adem Karagöz, der Gründer von Bavarian Airlines, soll Geld für den millionenschweren Kauf des Flughafens Frankfurt-Hahn versprochen haben

Getty Images / KenRinger, Khosrow Rajab Kordi / EyeEm

Fake-Firmen, dubiose Krypto-Projekte, Manipulation, Ausweisfälschung, hoher finanzieller Schaden: Die Liste an Dingen, die dem zum damaligen Zeitpunkt 15-jährigen Adem Karagöz vorgeworfen werden, ist lang. Jetzt wird sie noch länger. In der Prosieben-Show Zervakis & Opdenhövel kamen nun Details zu weiteren vermeintlichen Deals des umtriebigen Jungunternehmers ans Licht: Er soll seine Finger beim gescheiterten Millionen-Verkauf des Flughafens Frankfurt-Hahn im Spiel gehabt haben. Gegenüber Gründerszene weist Karagöz jegliche Vorwürfe von sich.

Der Flughafen musste im Herbst 2021 Insolvenz anmelden und stand dann zum Verkauf. Der Luftfahrt-Experte Sebastian Steinbach, mit dem Gründerszene bereits zuvor zu Adem Karagöz recherchierte und der auch bei Prosieben als Experte durch die TV-Show führte, schätzt den Verkaufswert auf rund fünf Millionen Euro. Mitte 2022 wurde der Finanzinvestor Swift Conjoy aus Frankfurt als Käufer verkündet – doch bezahlt wurde nicht. Schuld sein soll unter anderem Adem Karagöz, der Swift Conjoy einen Kredit versprochen habe, heißt es in der Recherche-Show.

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Welche Rolle spielte Adem Karagöz beim Kauf des Flughafens Frankfurt-Hahn?

Konkret habe sich der Investor Musa A. mit Adem Karagöz in dessen Büro getroffen. Laut Linkedin-Profil ist ein Musa Aksoy Partner bei Swift Conjoy. „Er hat mich in sein Büro eingeladen, in Düsseldorf, in der obersten Etage, das wirkte alles sehr seriös“, so der Swift-Investor im Gedächtnisprotokoll. Bei dem Büro, das Karagöz auch für Instagram-Bilder nutzte, handelt es sich laut Recherchen von Steinbach um einen einzelnen Raum, der stundenweise angemietet wurde.

Karagöz soll A. von Swift Conjoy Geld für den Kauf des Flughafens Frankfurt-Hahn versprochen haben, so wird es in der Sendung behauptet. Warum der Verkauf des Flughafens dann aber platzte, sei nicht klar. Adem Karagöz bestreitet, mit A. Geschäfte gemacht zu haben. „In Bezug auf das Flughafen-Hahn-Projekt habe ich mich lediglich informiert, da ein Bekannter eines Freundes damit zu tun hatte“, so Karagöz auf Nachfrage von Gründerszene. Er habe damit auch nichts mit dem Scheitern des Flughafen-Verkaufs zu tun. A. habe „lediglich chinesische und türkische Interessenten für das Projekt“, so Karagöz.

A. habe angeblich Anzeige gegen Karagöz erstattet, diese sei bisher allerdings bei keiner Stelle eingegangen, heißt es bei „Zervakis & Opdenhövel“.

Polizei griff 15-jährigen Adem Karagöz auf

Eine andere Anzeige ist allerdings eingegangen, bei der Staatsanwaltschaft Kleeve. Hier geht es um den gefälschten Ausweis, mit dem Karagöz sich bei Geschäftspartnern als volljährig ausgab. Zuvor war er von der Polizei am Flughafen aufgegriffen worden.

Manipuliert habe er laut TV-Show auch mehrere Personen, die angeblich mit im Management der Fluggesellschaft Bavarian Airlines gesessen haben sollen, die Karagöz gründen wollte. Die Airline entpuppte sich wie viele andere Firmen des Teenie-Gründers als Fake, wie Gründerszene aufgedeckt hatte. Als Finanzvorstand war eine Zeit lang Mehmet Basyigit im Impressum vermerkt. Steinbach traf ihn für die TV-Show und erhielt überraschende Antworten: Basyigit habe Adem Karagöz in Düsseldorf kennengelernt, der ihn angesprochen und einen Job angeboten habe. Um welchen Job sei es dabei gegangen? „Um gar nichts, ich warte immer noch“, so Basyigit.

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Auch dieser Passage der TV-Show widerspricht Karagöz: „Herr Basyigit wurde zwar ein Jobangebot unterbreitet, dem er zunächst zugestimmt hat“, sagt er gegenüber Gründerszene. „Später stellte sich jedoch heraus, dass dieser Job nicht seinen Erwartungen entsprach. Daher trat er kurze Zeit später wieder zurück.“

Auch Natanel Pretzel, der vermeintliche Vorstandsvorsitzende von Bavarian Airlines, sei auf Karagöz hereingefallen, sagt dieser gegenüber Steinbach in der TV-Show. Karagöz sei mit der Idee, eine Airlines zu gründen, auf ihn zugekommen. Und ebenso der Pilot Stefan F., der für die Airline Personal einstellen sollte, habe sich von Karagöz täuschen lassen, nachdem ihm dieser ein Dokument eines Notars gezeigt hatte, auf dem das Geburtsdatum des Teenies bestätigt sein sollte.

Podcast: So manipulierte der Teenie-Gründer gestandene Geschäftspartner

Dass Karagöz ein Meister der Manipulation zu sein scheint, haben wir bei Gründerszene auch in unserem Recherche-Podcast zu dem Junggründer herausgefunden. Hier könnt ihr die Folge anhören.

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